Der Nabelbruch beim Pferd

Haben Pferde einen Bauchnabel? Ja! Schon von Geburt an besitzen Fohlen einen Bauchnabel. Dieser kann sich nach außen wölben und durchbrechen – der so genannte Nabelbruch.

Aber was passiert nun? Grundsätzlich solltest Du deinen Tierarzt informieren, der den Nabelbruch untersucht. Eine OP ist in den meisten Fällen nur dann nötig, wenn der Bruch größer als vier Zentimeter ist.

Was ist ein Nabelbruch genau?

Der Nabelbruch beim Pferd ist ein unvollständiger Verschluss der Bauchwand im Nabelbereich, also in der Umgebung des Pferde-Bauchnabels.

Ein Nabelbruch ist als weiches Säckchen am Unterbauch zu erkennen. In diesem Säckchen können auch – abhängig von der Größe der Bruchpforte – Darmanteile liegen.

Wie aber kommt es zu einem Nabelbruch?

Zum einen kann dieser Defekt angeboren sein, heißt das Fohlen kommt bereits mit einem Nabelbruch zur Welt oder als Folge einer Entzündung des Bauchnabels.

Bis zum Ende des ersten Lebensjahres verheilt der Nabelbruch beim Fohlen oftmals ohne Zutun. Ist dies aber nicht der Fall, so bedarf es eines chirurgischen Eingriffes.

Fohlen am trinken

Der Nabelbruch beim Fohlen

Der angeborene Nabelbruch

Vor allem bei Fohlen tritt der Nabelbruch am Häufigsten auf. Gerade wenn du selbst züchtest oder dir für den Eigenbedarf dein Traumfohlen aus deiner Stute ziehst, solltest du auch an den Bauchnabel deines Fohlens denken.

Überwiegend tritt ein Nabelbruch infolge eines Erbfehlers auf. Das bedeutet also, dass die Fohlen mit einer zu großen Nabelpforte geboren werden. Über die Nabelpforte ist das Fohlen bis zu seiner Geburt über den Nabelstrang mit seiner Mutter verbunden. So konnte das Fohlen im Mutterleib mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Kommt das Fohlen zur Welt, so reißt der Nabelstrang meist beim ersten Aufstehen. Die Überreste der Nabelschnur trocknen aus und schrumpfen. Schlussendlich entsteht so der Bauchnabel beim Pferd. Die Aufgabe des Bauchnabels ist es die ursprüngliche Nabelpforte zu verschließen. Ist diese Öffnung aber zu groß, bleibt in der Bauchdecke ein rundes, ovales oder auch schlitzförmiges Loch zurück. Aus diesem Loch wiederum stülpt sich das Bauchfell heraus und bildet den sogenannten Bruchsack.

Der Bruchsack ist auch von außen zu erkennen! Hierbei handelt es sich um eine abnorme Ausstülpung des wandständigen Bauchfells und begünstigt im schlimmsten Fall das Hervortreten von Eingeweideteilen, wie dem Darm. Ist die Nabelpforte bereits von Geburt an größer als der sich zurückbildende Nabelstrang spricht man von einem angeborenen Nabelbruch.

Der erworbene Nabelbruch

Ein Nabelbruch kann aber auch nachträglich erworben werden. Vor allem eine Infektion des Nabelstranges erhöht das Risiko eines Bauchdeckenbruches beim Pferd. Ein erworbener Nabelbruch beim Pferd liegt dann vor, wenn sich ca. zehn bis vierzehn Tage nach der Geburt in der Medianlinie ein Spalt ertasten lässt. Aus diesem Bauchspalt wölben sich Haut, Bauchfell und Faszie hervor. Bereits nach der dritten und vierten Lebenswoche wird der Nabelbruch beim Fohlen auch äußerlich sichtbar.

Der Befund „Nabelbruch“

Aufgrund von ansteigender Druckerhöhung im Bauchraum wölbt sich der eigentliche Bruch von innen nach außen und nach unten hervor. Die Größe des Bruchsackes ist von der Weite des Bruchringes und von der Masse des Bruchinhaltes abhängig. Insofern der Bruchinhalt nicht von der Bruchpforte eingeklemmt wird, fühlt sich der Bauchdeckenbruch weich und elastisch an. Ist der Bruchinhalt nachgiebig, so lässt er sich durch sanften Druck problemlos in die Bauchhöhle zurückschieben. Mit diesem vorsichtigen Abtasten des Bruchsackes bereitest du deinem Fohlen keine Schmerzen. Stößt du beim Abtasten auf einen harten Bruchinhalt, demnach auch ein unelastischer Bruchsack, zeigt das Fohlen womöglich ausgeprägte Schmerzhaftigkeit. Die Ursache für diese Schmerzen ist leider sehr unschön – ein Darmstück könnte in der Bruchpforte eingeklemmt sein.

Neben Schmerzen beim Abtasten zeigen Fohlen weiterhin typische Kolikanzeichen, Unruhe, Wälzen mit Verharren in Rückenlage und Schweißausbrüche. Äußert dein Fohlen diese Symptome, so ist allergrößte Vorsicht und Achtung geboten! Erfolgt keine umgehende chirurgische Korrektur des Nabelbruches und des damit eingeklemmten Darmabschnittes, so wird das betroffene Darmgewebe nekrotisch. Bereits 24-36 Stunden nach Beginn der ausgeprägten Krankheitssymptomatik sterben die unbehandelten Fohlen.

Wie ist mit einem Nabelbruch umzugehen?

Grundsätzlich sollte ein Nabelbruch beim Fohlen oder auch beim Pferd nicht auf die leichter Schulter genommen werden. Dennoch ist die Prognose bei einem Nabelbruch günstig: Je kleiner die Bruchpforte, umso besser! Können lediglich ein bis zwei Fingerkuppen in die Bruchpforte eingeführt werden, so kann die operative Korrektur des Nabelbruches bis nach dem Absetzen des Fohlens abgewartet werden. Es ist durchaus möglich, dass kleinere Brüche innerhalb der ersten sechs Lebensmonate von alleine zuheilen. Nach Abstreichen dieser Zeit ist ein eigenhändiges Zuwachsen meist nicht mehr zu erwarten.

Die Nabelbruch-Untersuchung / Die Untersuchung des Nabelbruches durch einen Tierarzt

Von laienhaften Eingriffen ist abzuraten – keine Einreibungen mit Injektionen oder Abbindung von kleineren Nabelbrüchen! Auch bei kleineren Nabelbrüchen gilt es Experten, wie deinen Tierarzt oder deine Tierklinik um eine Untersuchung zu bitten. Bei einer Nabelbruch OP ist der günstigste Zeitpunkt zwischen dem 8. Und 10. Lebensmonat des Fohlens. Gerade jetzt sind die Bauchdecken entsprechend stabil, sodass die erforderlichen Nähte um den Bauchnabel des Fohlens nicht ausreißen. Besteht jedoch die Gefahr einer Inkarzeration, dem Einklemmen des Bruchsack-Inhaltes, muss unverzüglich operiert werden – unabhängig vom Alter des Fohlens.

Weiterhin sollte beachtet werden, dass sich auch ein erwachsenes Pferd einen Nabelbruch zuziehen kann. Tritte, Schläge gegen den Bauch oder auch ein schwerer Sturz können zur Folge haben, dass die Bauchdecke aufreißt. In seltenen Fällen kommt es bei Stuten während der Endphase der Trächtigkeit zu einem Bauchdeckenbruch.

Die Nabelbruch OP

Eine Nabelbruch OP beim Pferd ist dringend notwendig, insofern der Inhalt des Bruchsackes hart und schmerzhaft ist. Ein Zurückschieben des Bruchsackinhaltes in die Bauchhöhle ist nicht möglich. Zeigt dein Pferd dazu noch starke Koliksymptome, so besteht der Verdacht, dass sich Darmteile im Bruchsack eingeklemmt haben. Durch mangelnde Blutversorgung können diese absterben. Nun gilt es unverzüglich zu handeln – eine Notfall-OP.

Hierzu wird der Pferdepatient in Rückenlage unter Vollnarkose operiert. Die Kosten für eine Nabelbruch OP beim Pferd können stark variieren, abhängig von der Größe des Bauchdeckenbruches und dem stationären Aufenthalt in der Pferdeklinik. Dementsprechend gut ist es, wenn du die Kosten der Operation an deine Pferde-OP-Versicherung weitergeben kannst.